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Einführung

La cabeza del Bautista

(Das Haupt des Täufers)
Enric Palomar

Oper in einem Akt. Libretto nach dem gleichnamigen Theaterstück (1927) von Ramón Maria del Valle-Inclán, bearbeitet von Carlos Wagner. Musik Enric Palomar. Uraufführung.

Enric Palomar, Badalona 1964, Schüler von Benet Casablancas und Joan Albert Amargós, hat als Komponist und Arrangeur ein umfangreiches Werk in sehr unterschiedlichen Stilrichtungen geschaffen: Kammermusik, Flamenco, Jazz, populäre Musik und vor allem Oper. Palomar hat auf den Text „La cabeza del Bautista” (Das Haupt des Täufers) von Valle-Inclán ein neues Opernwerk komponiert. Valle-Inclán veröffentlichte 1924 in der Wochenzeitschrift „La Novela Semanal“ zwei „Melodramen für Marionetten”, „La rosa de papel” und „La cabeza del Bautista” (Die Papierrose und Das Haupt des Täufers), die er im Untertitel als „makabre Novellen” bezeichnete. 1927 wurden diese in einen Band mit dem Titel „Retablo de la avaricia, la lujuria y la muerte” (Texte für Figurentheater über den Geiz, die Wollust und den Tod) aufgenommen. Diese Texte handeln von menschlichen Beziehungen, die durch Geiz und Wollust tödlich zersetzt sind.

Der Titel „La cabeza del Bautista” ist eine explizite Anspielung auf Oscar Wildes Dekadenzdichtung „Salome” (1891) - als Oper vertont von Richard Strauss (1905) -, die seinerzeit ganz Europa erschütterte und einen Skandal verursachte. Die Hauptfigur Salome - Herodes' Tochter - verspürt ein ungehemmtes sexuelles Verlangen, das sie nach Enthauptung des Propheten dazu treibt, seinen Mund leidenschaftlich zu küssen. Valle-Inclán spielt auf diverse Aspekte dieser Figuren an und schafft ein expressionistisches Zerrbild, in dem die Handlung in ein zwielichtiges Ambiente versetzt und die Tragödie in ein boshaftes und groteskes Melodrama umgeformt wird.

Palomars Oper spielt in einem armseligen Dorf im bäuerlichen und archaischen Galizien, das von Gestalten bewohnt wird, die sich ohne sittliche Kraft und ohne eigene Moral durchs Leben schlagen. Dort erhält Don Igi, Besitzer der Billardkneipe am Ort, den Besuch eines ominösen und gut aussehenden Reisenden, eines Argentiniers, der sich als
„Jándaloausgibt. Dieser ist gekommen, um Don Igi wegen eines Verbrechens zu erpressen, das jener bei seinem Aufenthalt in Toluca an Jándalos Mutter begangen hatte, weswegen er seinerzeit eine Gefängnisstrafe absitzen musste; dies hinderte ihn allerdings nicht daran, als reicher „Indianerin seine Heimat zurückzukehren. Igi fühlt sich schon am Rande des Abgrunds, aber die hübsche und ehrgeizige Pepona will verhindern, dass ihr Protegé auch nur einen Peso herausrückt und überredet ihn, Jándalo umzubringen, während sie ihn verführt. Igi führt daraufhin die Tat mit einem präzisen Dolchstoss aus. Pepona hält den Sterbenden in ihren Armen, bedeckt ihn mit leidenschaftlichen Küssen und erfleht von ihm Erwiderung.

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